Was ist Yin Yoga?

Vergiss ganz vieles, was Du über Yoga weisst. Dieser Yogastil leitet sich nicht von der indischen, sondern von der chinesischen Philosophie ab. Anstelle von den Nadis (Energiebahnen) arbeitet man hier mit den Meridianen und man spricht nicht von Prana (Energie), sondern vom Chi. Die meisten Positionen haben andere Namen. Mit ein Grund dafür ist die Tatsache, dass man sich im Yin Yoga ganz anders ausrichtet als im 'normalen' Yoga. Hier liegt der Fokus darauf, los zu lassen und in sich zu gehen, sich zu spüren. Dafür muss das Asana für jeden individuell stimmen. Was dem Einen bequem ist und ihn dehnt ist dem Anderen völlig unbequem oder er spürt überhaupt nichts. Eine Position ist dann perfekt, wenn sie sich für Dich perfekt anfühlt.

 

Yin Positionen werden lange bis sehr lange gehalten. Dadurch geht Yin Yoga sehr tief in unser Bewusstsein und lenkt unsere Achtsamkeit zu unseren Bedürfnissen im Hier und Jetzt. Weil wir so lange in einem Asana verweilen, lösen sich unsere Muskeln und wir kommen immer tiefer in die Position hinein. Durch diese Tiefe dringen wir aber auch weiter in unser Bewusstsein und unsere Seele ein. Yin Yoga kann deshalb dabei helfen, Blockaden zu lösen und Traumas oder Schicksalsschläge auf zu arbeiten. 

Es eignet sich aber auch dafür, ein besseres Gespür für seinen eigenen Körper zu bekommen, beweglicher zu werden und seine Muskeln, Sehnen, Bänder und Organe zu aktivieren.

 

Ich fühle mich nach einer Yin Yoga Lektion meist sehr ruhig und ausgeglichen und ich habe das Gefühl, dass meine Batterien wieder aufgeladen sind.

 

Aber wie überall gehört auch hier der Gegensatz dazu. Yin und Yang sind unzertrennlich miteinander verbunden. Wer nur Yin Yoga praktiziert und keinen anderen Yogastil oder Sport kann seinen Körper überfordern und ihm sogar schaden. Von allem ein wenig und nichts übertreiben ist auch hier ein guter Leitfaden.