Was ist Yoga?

Yoga hat sich im 1. Jahrtausend v.Chr. im Zusammenhang von Askese und Meditation praktizierenden Entsager-Traditionen entwickelt und als Befreiungstechnik etabliert.

Das Wort Yoga kommt aus dem altindischen Sanskrit und bedeutet soviel wie 'Verbindung', 'Vereinigung'. Die Bedeutungen beziehen sich vor allem auf den Geist und den Willen. Ursprünglich gehörte zum Yoga nämlich viel mehr als 'nur' die Heute hauptsächlich geübten Asanas (Positionen, Stellungen). Einen Einblick geben hier die 8 Glieder des Yoga. Diese stellen eine Art Leitfaden für den Yogaübenden dar:

 

1. Yamas (Regeln des sozialen Verhaltens):

• Ahimsa (Gewaltlosigkeit)

• Satya (Wahrheit in Gedanken und Worten)

• Asteya (nicht stehlen)

• Brahmacharya ('walking like good', Mässigung, z.T. sogar Zölibat)

• Aparigraha (frei von Besitzgier)

 

2. Nyamas (Regeln des persönlichen Verhaltens):

• Saucha (Sauberkeit)

• Santosha (Zufriedenheit)

• Tapas (Disziplin)

• Svadhyaya (Studium des Selbst und der heiligen Schriften)

• Isvhara Pranidhana (Hingabe an das Göttliche)

 

3. Asanas (Positionen, Stellungen)

 

4. Pranayamas (Atemtechniken, Kontrolle der Lebenskraft)

 

5. Pratyahara (Kontrolle, Rückzug der Sinne; Loslassen vom Weltlichen, stillsitzen im Bewusstsein des Atems)

 

6. Dharana (Konzentration, den Geist zu Ruhe bringen)

 

7. Dhyana (Meditation, Betrachtung mit unbekümmerter Aufmerksamkeit)

 

8. Samadhi (Glückseligkeit, Grenzenloses Bewusstsein, Erleuchtung)

 

Wer zum Zeitpunkt seines Todes im Zustand von Samadhi verweilt, wird in Moksha aufgehen. Das heisst, diese Person wird Erlöst sein und dem Wiedergeburten Kreislauf entrinnen. Dies war früher in Indien das höchste Ziel, und ist es in vielen Kulturen heute noch.

Durch den Punkt von Ahimsa, der Gewaltlosigkeit, betrachtet, gehört zum Yoga auch ein vegetarisches oder sogar veganes Leben. Denn das Töten von Tieren ist eine Gewalttat. Ebenfalls sollte auf Substanzen, welche den Körper 'manipulieren', verzichtet werden. Dazu zählen natürlich das Konsumieren von Alkohol, aber auch von Koffein.

So könnte man Punkt um Punkt genauer durchleuchten und unsere Köpfe würden schneller zu rauchen anfangen als uns lieb ist! All die Glieder zu befolgen, ist natürlich unglaublich schwierig und man müsste fast als Einsiedler leben, um sie auch einhalten zu können. Wenn man aber eine gewisse Sensitivität dafür in sein Leben einbaut und sie sich immer wieder in die Gedanken zurückruft, kann einem dies ein wunderbares Bewusstsein für sich selbst und seine Mittmenschen verschaffen. Tapas (die Disziplin) lehrt und übt uns, nicht aufzugeben und mit Beharrlichkeit und viel Liebe sein Bestes zu geben.

Dadurch und durch die im Unterricht geübten Asanas, welche den ganzen Körper bewegen und mobilisieren, geht vom Yoga eine grosse Heilkraft aus. Wer stetig und mit grösst möglicher Hingabe Yoga betreibt, kann sein Leben enorm bereichern.

 

Bild von www.yogasynergy.com